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letzte Änderung:
14.01.2017

Spagyrik
Spagyrik

 

Die Spagyrik ist eine alternative Therapieform mit jahrhundertealter Tradition.

Bereits viele antike Kulturen kannten die spagyrische Zubereitungsweise von Pflanzen.

Paracelsus, durch den das Wort Spagyrik in den heilkünstlerischen Sprachschatz einging, gilt als bedeutendster Anwender spagyrischer Mittel im ausgehenden Mittelalter.

Er knüpfte an eine hermetische Tradition an, die mit Hermes Trismegistos begann.
Paracelsus gebrauchte die Worte "Alchymie" und "Spagyrik" synonym und verstand unter Alchymie (=Spagyrik) die Kunst des "Lösens und Bindens", des Trennen und Wiederzusammenfügens.

Die Anhänger Paracelsus nannten sich Spagyriker, zu denen u.a. van Helmont, Dr. Helvetius, Jenssen, Johann Rudolph Glauber und schließlich Dr. Zimpel zählten.

Das Wort "spagyrisch" stammt aus dem Griechischen und ist aus dem Wort "Spao" für "trennen, lösen scheiden" sowie "Ageiro" "binden und vereinen" zusammengefügt.

Daher nannten sich die Vertreter des spagyrischen Heilsystems im Mittelalter oft "scheidekünstige Ärzte".

Aber auch die Alchemisten nannten sich "Spagyriker", da im alchemistischen Prozess zur Herstellung des Steins der Weisen ebenfalls das Reine vom Unreinen, das Wasser von der Erde usw. geschieden wurde.

Nach Ansicht der Spagyriker enthält jede Substanz ein reines und gutes und ein dem widerstrebendes feindliches Prinzip. Diese Erkenntnis veranlasste die Spagyriker durch ein geeignetes Verfahren das Gute vom Bösen, das Grobe vom Feinen, das Geistige vom Materiellen, das Heilsame vom Gift zu trennen oder zu scheiden. Diese Scheidekunst nannte man die "Ars spagyrica".

Die Spagyriker entwickelten eine spezifische Methode der Aufbereitung pflanzlicher und mineralischer Substanzen. Zur Anwendung kommen hierbei Gärung, Destillation, Veraschung, Extraktion und Filtration.

Hierbei wird die Ausgangssubstanz zunächst in diverse Bestandteile geteilt und dabei das Wertvolle vom Nutzlosen getrennt. Durch eine Art Neukomposition werden die aufgeschlossenen Bestandteile wieder vereint. Das System der Spagyrik hat somit zum Ziel, das gute, aufbauende, heilende und kraftspendende Prinzip einer jeden Pflanze oder Substanz, die zu Heilzwecken genommen werden soll, von dem bösen, zerstörenden, krankmachenden, dem Gift zu trennen und wenn möglich durch Veredelung zu erhöhen.

Diese so entstehenden spagyrischen Mittel enthalten die kräftigsten Substanzen in veredelter Form und sind somit therapeutisch heilkräftiger als das Ausgangsmaterial.

Sie können vom Körper leicht aufgenommen werden, da sie von Giftstoffen befreit wurden.

Die spagyrischen Heilmittel beeinflussen nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige und seelische Ebene.

Grundsätzlich können alle Pflanzen, jedoch auch Salze und Metalle spagyrisch aufbereitet werden.

Die spagyrischen Heilmittel werden meist als Urtinkturen, in besonderen Fällen auch potenziert eingesetzt. Sie werden als Einzelmittel oder als sogenannte Komplexmittel angeboten.


Literaturempfehlungen:

Fritschi, Hans-Josef: Spagyrik. Lehr- und Arbeitsbuch. Ulm - Stuttgart - Jena - Lübeck 1997.

Müller, Carl: Hausmitteilungen der Chem.-pharmazeutischen Fabrik Göppingen, Göppingen 1940.

Müller, Carl: Zeitschrift für Spagyrik, Göppingen 1959.

Rippe, Olaf/ Madejsky, Margret/ Amann, Max/ Ochsner, Patricia/ Rätsch, Christian:
Paracelsusmedizin. Altes Wissen in der Heilkunst von heute. Aarau 2001.

Surya, G. W.: Die Spagyriker: Paracelsus - Rademacher - Zimpel. Berlin 1923.

Zimpel, Ch. F.: Dr. Zimpels Heilsystem. Göppingen 1913.

© Frau Diana Dörr, Heilpraktikerin, Saalburgstraße 95, 61350 Bad Homburg,
Telefon: 06172/937231, http://www.dianadoerr.de, email: dianadoerr@freenet.de

 
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