Was ist TCM?
Überblick über Geschichte und Entstehung
hat ihre Ursprünge ca. schon weit vor unserer Zeitrechnung, wurde aber im
wesentlichen vom Konfuzianismus und Daoismus (ca. 500 v. Chr.) geprägt
entwickelte sich dann als Erfahrungsmedizin immer weiter
wesentliche Werke:
Huang Di Nei Jing - Innerer Klassiker des Gelben Kaisers
Su Wen - einfache Fragen - Qi Fluß, Produktion, Verteilung
Ling Shu - geisthafte Problemstellung - Fragen u. Probleme der Ther.
Shan Han Lun - Abhandlung über schädigende Kälte und andere
Krankheiten
(Zhang Zhong Jing 150-219), 6-Schichten-Modell
Qian Jin Yao Fang - Rezepte, die 1000 Goldstücke wert sind (Sun Si Miao 581-682)
Ben Cao Gang Mu - med. Enzyklopädie (1892 Arzneimittel, 10000 Rezepte)
(Li Zhi Shen 1518-1593), systematisierte auch die Pulsdiagnose
mit 28 P.
Wen Re Lun - 4 Schichten Modell 1300-1900, versch. Ärzte - Schule der
warmen
Krankheiten (Infektions~)
Verständnis des Lebens aus TCM Sicht
Tao
stellt das ursprüngliche, göttliche Potential dar, eine Offenheit,
Leere aus
der alles entstehen kann
Yin und Yang
sind die beiden polaren Kräfte, die sich spontan aus dieser Offenheit
des Tao
manifestieren: Yang steht dabei stets für den geistigeren,
energetischeren Aspekt; Yin
dagegen stellt mehr die Manifestation, den Ausdruck
dar.
Fünf Wandlungsphasen
innerhalb des Prinzips von Yin und Yang können wir sehen, wie sich die
Dinge
in verschiedenen Zyklen entwickeln - vgl. das Jahr: beginnt
mit dem Frühling, der
Wandlungsphase Holz, die Energien steigen, Wärme und
Helligkeit nimmt zu - kleines Yang.
Dann kommt der Sommer, Wandlungsphase Feuer, maximale Entfaltung
der Energie, größte
Helligkeit und Wärme - großes Yang. Im Herbst,
Wandlungsphase Metall, sinkt die Energie
(Blätter fallen), Helligkeit und Wärme nehmen ab
- kleines Yin. Und im Winter,
Wandlungsphase Wasser, die Zeit der Zurückziehung, haben
Dunkelheit und Kälte ihren
Höhepunkt erreicht - großes Yin. Zwischen den einzelnen
Wandlungen liegen kurze Phasen
des Ausgleichs und Wandels - der Wandlungsphase Erde. Ähnliche
Entsprechungen beobachteten
die alten Chinesen in allem Leben und benutzen daher die Fünf
Wandlungsphasen als ein Mittel,
um sowohl Krankheit zu diagnostizieren, als auch die Gesundheit
wieder herbeizuführen.
Qi, Yang, Xue, Jin Ye, Jing, Yin
alles chinesische Termine, die keine wirkliche Entsprechung in anderen Sprachen
haben und daher eigentlich nicht übersetzt werden können,
es gilt vielmehr ihren Sinn zu
kiverstehen.
Qi - ist Energie, die sich sowohl auf der körperlichen, als auch
auf der geistigen
Ebene manifestiert, Qi ist in ständigem Fluß,
daher auch gut zu beeinflussen. Alle weiteren
Substanzen sind mehr oder minder dichte Manifestationen
von Qi, vom gänzlich Materiellen bis
hin zum Geist (shen).
Vereinfacht dargestellt:
Yang: der Wärmeaspekt, hebende sich ausdehnende Energien
Xue: verwandt mit unserem Blut, beinhaltet sehr stark einen qualitativen Aspekt
Jin Ye: die Körpersäfte: von Tränenflüssigkeit bis zur Gelenkflüssigkeit
Jing: die Essenz unserer Energie, wenn man so will fast unsere Grundkonstitution
Yin: der substantielle Aspekt, kühlende, verdichtende Energien
Lebensverlängerung
Die Verlängerung des Lebens und die Erhöhung der Lebensqualität,
stand im
Vordergrund bei der Entwicklung der chinesischen
Medizin. Die Chinesen beobachteten,
daß ein Maximum an Gesundheit und Lebenslänge
nur in Harmonie mit dem Kosmos zu erreichen
ist. Vielmehr sogar durch Harmonie im Mikrokosmos
Mensch, als auch Harmonie von dem
Menschen im Makrokosmos.
Es galt also die oben erwähnten Energien auszugleichen und sich den äußeren
Bedingungen immer wieder neu anzupassen. Dazu entwickelten die Chinesen ein vom
Prinzip her sehr einfaches und logisches Konzept, welches aber zur Umsetzung einer sehr
differenzierten Diagnostik und Behandlung bedurfte: reduziert auf ein Beispiel:
wo zu viel Hitze (Yang - evtl. eine Entzündung) war, mußte gekühlt werden
(Yin - evtl. mit antibakteriellen oder antibiotisch wirkenden Kräutern),
gleichzeitig durfte aber kein neues Ungleichgewicht geschaffen werden
(unerwünschte Nebenwirkungen). Dies bedeutete, daß ein jeder eine ganz
individuelle Behandlung genoß, auch wenn die Symptome bei mehreren Patienten
nach ein und demselben Krankheitsbild aussahen.
Techniken
Techniken entwickelten sich über Jahrhunderte. Beobachtung brachten die
Zusammenhänge immer deutlicher hervor, sodaß sie uns heute in Form der Akupunkturlehre,
der chin. Arzneimitteltherapie und der Diätetik in sehr präziser Art vorliegen.
Akupunktur
der energetische Status wird durch Einstechen von dünnen, sterilen Nadeln
harmonisiert bzw. manipuliert, sodaß eine Autoregulation stattfindet.
Arzneimitteltherapie
ähnlich der Akupunktur wird auch hier eine Harmonisierung der Energien angestrebt,
dazu werden entsprechend der Diagnose verschiedene Arzneimittel zu einer Rezeptur
zusammengestellt.
Diätetik
auch in der Diätetik bleibt das Prinzip der Harmonisierung auf der Grundlage
einer individuellen Diagnose erhalten: Bsp.: ein Mensch mit deutlichen Hitze Zeichen wird
empfohlen eher kühlende Speisen zu sich zu nehmen. Für einen anderen "Typ" wäre so eine
Empfehlung durchaus falsch.
Ist die Energie ersteinmal ausgeglichen, wandelt sich auch die Diätempfehlung!
Es gibt also keine Diät, die dauerhaft sinnvoll bleibt.
Tuina
spezielle Massage- und Drucktechniken manipulieren den energetischen Haushalt gezielt
Qigong
spezielle Atem- und Bewegungsübungen beeinflussen den Fluß der Energie und
ihren qualitativen Zustand
Taijiquan
ähnlich Qigong
Moxibustion
eine Wärmeanwendung, bei der speziell der Yangaspekt gezielt in den Organismus
eingebracht werden kann, aber auch Stagnationen aufgelöst werden
Schröpfen
eine Behandlung bei der durch Ansaugen der Haut mittels kleiner Gefäße, in denen
ein Vakuum erzeugt wurde, der Organismus angeregt wird die Energien wieder frei fließen zu lassen.
Qualität des Therapeuten
heute wird vieles als chinesische Medizin verkauft. Man darf sich aber nicht
täuschen lassen, häufig wird Akupunktur nur in kurzen Ausbildungszyklen
erlernt und verkommt dabei fast zur reinen Nadelstecherei. Ohne ausreichende
Diagnostik und ohne methodisches Anwenden der Akupunktur, kann so leicht
ein Ungleichgewicht im Energiesystem hergestellt werden.
Ein guter Therapeut sollte die wesentlichen diagnostischen Methoden beherrschen:
Anamnese auf Grundlage der chinesischen Medizin
Puls- und Zungendiagnose
Ohne eine derartige Untersuchung kann unmöglich ein energetisches Bild des Patienten
gefertigt werden, und somit auch nur rein symptomatisch gestochen werden
- Glück und Placebo verhelfen dann dem Therapeuten zum Erfolg! Das
kann unmöglich Sinn und Zweck der Sache sein.
außerdem sollte ein Therapeut, der vorgibt chinesische Medizin zu praktizieren,
zumindest auch die chin. Pharmakologie beherrschen.
© Herr Bodo Schmidt-Ulmer, Heilpraktiker, Bismarckstr. 76, 72764 Reutlingen,
Telefon: 07121/434040, http://www.schmidt-ulmer.de, email: BoSchmidt-Ulmer@t-online.de
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