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letzte Änderung:
14.01.2017

Spagirik
Spagirik

 

Was ist Spagyrik eigentlich?

Die Spagyrik ist eine naturheilkundliche Therapierichtung. Im Gegensatz zu Ihrer „großen Schwester“, der Homöopathie, ist die Spagyrik heute noch wenig bekannt. Dabei ist die Spagyrik sogar älter. Ihre Ursprünge gehen nämlich bis in das Mittelalter zurück, wo man mit Hilfe der Alchemie Gold herzustellen versuchte. Dabei wurden vielef besondere Verfahren ausprobiert und entwickelt, die heute zur Herstellung naturheilkundlicher Arzneimittel verwendet werden. Der Begriff Spagyrik wurde vor allem durch den bedeutenden Arzt, Naturphilosophen und Alchimisten Paracelsus (1493 – 1541) geprägt. Entsprechend dem griechischen Wortstamm spielen bei der Herstellung spagyrischer Arzneimittel das „Trennen“ (spaein) und wieder „Zusammenführen“ (ageirein) eine besondere Rolle. Im 18. Jahrhundert geriet die Spagyrik etwas in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert wurde sie von dem italienischen Grafen Cesare Mattei (1809 – 1896) wiederbelebt. In seiner weltweit verbreiteten „Elektro-Homöopathie“ nahm er sowohl Anregungen aus der spagyrischen Richtung von Paracelsus als auch einige Grundprinzipien der Homöopathie auf.

Die Entstehung der JSO-Komplex-Heilweise

Aus der Elektro-Homöopathie heraus entwickelte Theodor Krauß (1864 – 1924) Anfang des letzten Jahrhunderts die JSO-Komplex-Heilweise. Sie ist heute eine der wichtigsten Richtungen der Spagyrik. Die JSO-Komplex-Heilweise ist eine rein pflanzliche Therapie. Die Heilpflanzen werden dabei stets nach ganzheitsmedizinischen Gesichtspunkten ausgewählt und zusammengestellt. Für die Therapie stehen insgesamt 55 Arzneimittel zur Verfügung, die zur Regulation und Heilung eingesetzt werden.

Woraus bestehen die JSO-Komplex-Mittel?

JSO-Komplex-Mittel enthalten bewährte Kombinationen ausgewählter Heilpflanzen. Jede einzelne enthaltene Heilpflanze wird nach dem spagirischen Herstellungsverfahren von Theodor Krauß aufbereitet. Das genaue Verfahren ist in dem amtlichen „Homöopathischen Arzneibuch“ (HAB) festgehalten. Dadurch wird sichergestellt, dass die Arzneimittel immer nach dem gleichen Verfahren und mit der gleichen Qualität hergestellt werden.

Als Ausgangstoff werden ausschließlich Pflanzenteile verwendet. Durch die besondere Aufbereitung werden wertvolle Pflanzeninhaltsstoffe und die heilsamen Kräfte jeder Pflanze gewonnen. Dazu werden ausgewählte Pflanzenteile zunächst zerkleinert und – ähnlich wie bei der Weinherstellung - vergoren. Die Vergärung ist eine sehr schonende und natürliche Art, wichtige Inhaltsstoffe zu gewinnen.
Durch Abpressen des Gäransatzes entstehen ein wässriger Presssaft und ein fester Pflanzenrückstand. Aus letzterem werden anschließend mit Hilfe von Alkohol weitere – wasserunlösliche – Inhaltsstoffe herausgelöst. Damit ist der oben genannte Vorgang des „Trennens“ abgeschlossen.

Beide Lösungen werden in zwei Schritten getrennt bis zur „D2“ verdünnt und verschüttelt (potenziert). „D2“ gibt an, welche Verdünnungsschritte durchgeführt werden: Das „D“ bedeutet dabei, dass die Lösungen bei jedem Schritt 1:10 (lateinisch decem = 10) verdünnt werden. Um eine „D2“ zu erhalten wird die Lösung 2-mal hintereinander jeweils 1:10 verdünnt. Nach beiden Verdünnungsschritten wird die Lösung per Hand verschüttelt. Dieses „Potenzieren“ (lat. potentia = Kraft) ist aus der Homöopathie bekannt. Mit dem Wort „Potenzieren“ soll zum Ausdruck gebracht werden, dass hierbei neue Kräfte entfaltet werden, die über die rein stoffliche Wirkung des Arzneimittels hinausgehen.

In einem dritten Potenzierungsschritt werden die beiden Lösungen dann entsprechend dem spagyrischen Prinzip wieder vereinigt. Für die Herstellung eines JSO-Komplex-Mittels werden so gewonnene Lösungen (Urtinkturen) verschiedener Pflanzen gemischt und nochmals gemeinsam potenziert.

So entstehen schließlich die fertigen JSO-Komplex-Mittel. Die meisten davon gibt es in Form von Streukügelchen aus Zucker (Globuli). Fünf Präparate, die als Fluide bezeichnet werden, gibt es als flüssige Lösung und als Salbe.

Welche Besonderheiten hat die Herstellung nach Krauß?

Das Herstellungsverfahren von Krauß unterscheidet sich klar von anderen heute noch praktizierten spagyrischen Verfahren. Um diese Abgrenzung zu verdeutlichen, wird für die JSO-Spagirik die Schreibweise mit „i“ verwendet. Dies sind die Besonderheiten der spagirischen Herstellung nach Krauß:

1. Es werden nur Pflanzen eingesetzt.
2. Im Gegensatz zum üblichen homöopathischen Herstellungsverfahren, bei dem Inhaltsstoffe nur mit Alkohol herausgelöst werden, kommen bei dem Verfahren nach Krauß noch die wasserlöslichen Bestandteile aus dem wässrigen Presssaft hinzu.

3. Durch das schonende Herstellungsverfahren bleibt die Vielfalt an pflanzlichen Inhaltsstoffen erhalten. So wird ein breites Wirkungsspektrum der Arzneimittel ermöglicht.

4. Durch die Verdünnung beim Potenzieren werden Nebenwirkungen verringert.

Wie kommen die Namen der einzelnen Mittel zustande?

Der Name der JSO-Komplex-Mittel besteht aus vier Teilen: Dem Namen der Mittelreihe, zu der das Mittel gehört, der Nummer des Mittels innerhalb der Mittelreihe, dem lateinischen Pflanzennamen und dem Zusatz „cp“. Dies soll am Beispiel von Lymphmittel 1 Echinacea cp erläutert werden:
Lymphmittel 1 Echinacea cp gehört zu der Gruppe der Lymphmittel. Diese bilden eine von insgesamt 8 Mittelreihen. Der Name gibt dabei schon grob an, auf welches System die Mittel dieser Reihe wirken. Im Fall der Lymphmittel ist dies das Lymphsystem.

Lymphmittel 1 Echinacea cp ist die Nr. 1 von insgesamt zwei Lymphmitteln.
Echinacea angustifolia, die Kegelblume, ist die namensgebende Pflanze. Echinacea angustifolia wird sowohl in der Homöopathie als auch in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) bei Infekten eingesetzt. Dieser Bestandteil von Lymphmittel 1 Echinacea cp ist auch für die Wirkung des Mittels charakteristisch.
Das „cp“ schließlich kennzeichnet, dass es sich bei diesem Mittel um einen Komplex aus verschiedenen Pflanzenaufbereitungen handelt.

Wie wirken die JSO-Komplex-Mittel?

Spagirische Arzneimittel üben einen bestimmten Reiz auf den kranken Organismus aus. Dieser Reiz wirkt regulierend und regt die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Für die Ausübung des Reizes reichen auch kleine Wirkstoffmengen. Das Motto „viel hilft viel“ gilt hier also nicht. Daher können die Bestandteile bei der Herstellung ohne Wirkungsverlust verdünnt werden.

Spagirik ist eine aktive Hilfe zur Selbstheilung. Krauß, der die JSO-Komplex-Heilweise entwickelte, berücksichtigte schon bei der Zusammenstellung seiner spagirischen Arzneimittel das Zusammenspiel der verschiedenen Organe. Schließlich arbeiten Organe (z. B. Magen, Darm, Leber usw. bei der Verdauung) oft eng zusammen. Da sie sich gegenseitig beeinflussen, sind auch bei einer Krankheit meist mehrere Organe betroffen. Dies muss bei der Behandlung natürlich berücksichtigt werden.

Es geht also nicht darum, einzelne Symptome zu bekämpfen, sondern den ganzen Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Daher kann man zu Recht von einer ganzheitlichen Therapie mit der Spagirik sprechen.

Spagirische Arzneimittel bieten sich insbesondere dann an, wenn der Wunsch nach einer natürlichen Behandlung mit gut verträglichen Arzneimitteln besteht. Wichtig für den therapeutischen Erfolg ist dabei die richtige Wahl der spagirischen Arzneimittel. Bei der Auswahl der für Sie geeigneten spagirischen Arzneimittel hilft Ihnen Ihr Therapeut oder Apotheker. Welche Ursache Ihre Erkrankung hat und ob die Spagyrik eine geeignete Behandlungsmethode ist, sollte ebenfalls durch einen Therapeuten abgeklärt werden.

Wann werden JSO-Komplex-Mittel eingesetzt?

JSO-Komplex-Mittel werden vor allem dann eingesetzt, wenn Funktionen gestört sind und diese reguliert werden sollen. Hier kann die JSO-Komplex-Heilweise allein oder auch begleitend zu anderen Therapien eingesetzt werden. JSO-Komplex-Heilweise und Schulmedizin schließen sich also nicht aus, sondern können durchaus ergänzend eingesetzt werden.

Die JSO-Komplex-Heilweise wirkt als Reiztherapie. Dies bedeutet, dass die JSO-Komplex-Mittel einen Reiz ausüben, der die Selbstheilungskräfte des Körpers anregt. Wo jedoch wichtige Organfunktionen oder –gewebe zerstört sind, kann der Körper nicht mehr ausreichend auf den Arzneireiz reagieren. In solchen Fällen können die Selbstheilungskräfte nicht mehr genügend angeregt werden. Hier haben dementsprechend andere Behandlungsmöglichkeiten ihren Platz.

Meist werden die JSO-Komplex-Mittel gezielt eingesetzt, um den Stoffwechsel und die Funktionen bestimmter Organe zu unterstützen und anzuregen. Beispiele hierfür sind das Stoffwechselmittel 1 Cochlearia cp, das bevorzugt bei Störungen der Magenfunktion, und das Stoffwechselmittel 11 Lobelia cp S, welches insbesondere bei Reisekrankheit und Erbrechen eingesetzt wird.


Einige JSO-Komplex-Mittel eignen sich besonders dazu, die Ausscheidung zu fördern. Die wichtigsten Mittel zur allgemeinen Ausleitung und Entschlackung werden im Rahmen der „JSO-Entgiftungstherapie“ eingesetzt. Fragen Sie hierzu Ihren naturheilkundlich orientierten Therapeuten oder Apotheker. Zur Vereinfachung halten wir zu diesem Thema auch einen Einnahmeplan bereit, in dem Sie die Einnahme der verordneten Mittel abhaken können.

Ausgehend von den Mitteln der JSO-Komplex-Heilweise wurden inzwischen auch sogenannte „Spezialitäten“ für bestimmte Anwendungen entwickelt. Dabei handelt es sich im Prinzip um bewährte Rezepturen, die z. T. auch in ihrer Darreichungsform angepasst wurden.

Hierzu zählt z. B. Jsostoma S, das in seiner Zusammensetzung dem Stoffwechselmittel 1 Cochlearia cp entspricht. Als Tablette lässt sich Jsostoma S zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen leicht mitnehmen und dosieren.

Ein weiteres Mittel in Tablettenform ist Jsonettin® S, das Magen-Darm-Infekte und Erkältungen lindert.

Eine spezielle Darreichungsform bieten die ISO-Augentropfen C. Bei geröteten, überanstrengten Augen kann man damit schnell und direkt am Ort des Geschehens eingreifen.

Zur äußerlichen Anwendung werden die Fluide auch als Salben angeboten. So kann z. B. die Populus cp-Salbe S bei Eiterungen im Bereich der Haut bequem eingerieben werden. Salben gibt es aber auch unter den Spezialitäten. Mit der Pesendorfer-Salbeâ kann man beispielsweise von Rheuma betroffene Gelenke einreiben. So kann die Wirkung direkt am Ort des Geschehens entfaltet werden.


Für bestimmte Erkrankungen gibt es zusätzlich auch noch Zäpfchen.

Wo bekomme ich spagirische Arzneimittel?

JSO-Komplex-Mittel und auf ihnen basierende Spezialitäten bekommen Sie in jeder Apotheke. Ein Rezept brauchen Sie dafür nicht. Sie können Ihre Apotheke unterstützen, wenn Sie darauf hinweisen, dass die JSO-Komplex-Mittel unter „JSO“ (mit J!) zu finden sind.

Wie werden die JSO-Komplex-Mittel angewendet?

Globuli und Lösungen sind in erster Linie zur innerlichen Anwendung bestimmt. In der Regel erreicht man die beste Wirkung, wenn die Mittel ca. 30 Minuten vor dem Essen eingenommen werden. Dabei behält man die Mittel einige Zeit im Mund, um eine möglichst gute Wirkung über die Mundschleimhaut zu erreichen.
Zur äußerlichen Anwendung werden die Fluide auch in Salbenform angeboten.
Zur Dosierung fragen Sie am besten Ihren Therapeuten oder Apotheker.

Produktinformation zu den erwähnten Präparaten:

Lymphmittel 1 Echinacea cp:
Anwendungsgebiete: Steigerung der körperlichen Abwehr, z. B bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute.

Stoffwechselmittel 1 Cochlearia cp:
Anwendungsgebiete: Magenerkrankungen, z. B. Reizzustände des Magens, u. a. als Folge von fetten oder schwer verdaulichen Speisen sowie übermäßigem Alkohol- und Nikotingenuss.


Stoffwechselmittel 11 Lobelia cp S:
Anwendungsgebiete: Erbrechen und Übelkeit, insbesondere bei Reisekrankheit und Migräne.

ISO-Augentropfen C:
Anwendungsgebiete: Reizungen der Augen, u. a. bei Heuschnupfen und Ermüdungserscheinungen, insbesondere nach Überanstrengung.

Jsonettin® S:
Anwendungsgebiete: Fieberhafte Erkältungskrankheiten und grippale Infekte, u. a. zur Unterstützung bei Infektionskrankheiten, insbesondere des Magen-Darm-Traktes.

Jsostoma S:
Anwendungsgebiete: Magenschleimhautentzündung, Störungen der Magen-Darm-Tätigkeit, z. B. Völlegefühl und Blähungen, u. a. nach Operationen, nach Genuss von fetten oder schwer verdaulichen Speisen sowie übermäßigem Alkohol- und Nikotinkonsum.

Pesendorfer-Salbe:
Anwendungsgebiete: Zur unterstützenden Behandlung bei entzündlichen und abnutzungsbedingten Erkrankungen der Muskeln und Gelenke, z. B. bei Rheuma, Arthrose, Hexenschuss.

Populus cp-Salbe S:
Anwendungsgebiete: Eitrige Hauterkrankungen, z. B. Furunkel, Abszesse und Geschwüre, u. a. Unterschenkelgeschwüre.


Für alle Präparate gilt:
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


Weiterführende Literatur:
Richter, H., Schünemann, M.: Spagirisch heilen – Die JSO-Komplex-Heilweise, Foitzick-Verlag (2000)

 

© ISO-Arzneimittel GmbH&Co. KG, Bunsenstr. 6-10, 76275 Ettlingen, Tel: 07243/106-03, www.iso-arznei.de, info@iso-arznei.de

 
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