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letzte Änderung:
14.01.2017

Ganzheitliches Sehen in der Heilpraxis
Ganzheitliches Sehen in der Heilpraxis

 

„Brillengläser sind nicht richtig; sie sind nichts als eine Krücke. Eines Tages finden wir einen besseren Weg“. Dr. William H. Bates (1860 –1931) erfüllt von dieser revolutionären Hoffnung, entwickelte die nach ihm benannte Methode zur ganzheitlichen Augenheilkunde.

1860 in New Jersey geboren, schlug Dr. Bates eine medizinische Laufbahn ein. Als Arzt und Chirurg spezialisierte er sich 1885 auf Eingriffe und Behandlungen des Kopfes und vor allem der Augen. Während eines fünfjährigen Forschungsprogramms an der Columbia Universität wurde Dr. Bates zunehmend unzufrieden mit den üblichen Methoden der modernen Augenheilkunde. Die alleinige Korrektur von Refraktionsfehlern mit Hilfe künstlicher Linsen, also einer Brille, reichte Dr. Bates nicht aus. Denn das Verschreiben von Brillengläsern war nie eine Heilung, sondern im Gegenteil, die Patienten wurden stets abhängiger von ihren optischen „Krücken“ und in vielen Fällen beschleunigte eine Brille sogar die Verschlechterung der Augen. Mit anderen Worten, Brillengläser behandelten das Symptom, nicht die Ursache der Dysfunktion des Auges.

Dr. Bates wollte wissen warum beinahe dreiviertel der Bevölkerung auf Grund von Kurz-, Weit- und Alterssichtigkeit früher oder später verschwommen sah. Er konnte es nicht akzeptieren, dass die Generationen des Fortschritts mit einem zunehmend chronisch schwachen Organ ausgestattet sein sollten. Er beobachtete, dass in primitiven Gesellschaften das Auge seine optimale Funktion behielt, solange es nicht durch „zivilisierte“ Anspannung und Forderungen sabotiert wurde.

Er kam zu folgendem Resultat: Schlechte Sehgewohnheiten und chronischer Stress sind mit verantwortlich für die Beeinträchtigung und Schwächung der Sehkraft. Körperliche Spannungen, Angst, Sorgen, Beklemmungen und emotionale Hemmungen haben chronische Verspannungen von einzelnen Augenmuskeln zur Folge, die den Augapfel in seiner Funktion stört. Diese Spannungszustände laufen absolut unwillkürlich und von der betroffenen Person unerkannt ab. Das Resultat zeigt sich auch in verschwommenem Sehen.

Dr. Bates schilderte den Fall eines jungen Mädchens, die an einer zeitweiligen Kurzsichtigkeit litt. Die Myopie stellte sich immer dann ein, wenn die junge Frau die Unwahrheit sagte. Bei vielen Personen sind die emotionalen Irritationen und Angriffe genug verfestigt, um einen permanenten Refraktionsfehler zu verursachen. Dr. Bates bewies in seinen Forschungsarbeiten, dass die normale Fixierung eines gesunden Auges immer zentrisch, aber niemals unbeweglich ist. Zur individuellen Verbesserung des Sehens entwickelte er eine Methode die auf Bewegung, Entspannung und Visualisierung beruhte. Seine Methode lehrte er an öffentlichen Schulen und in eigener Praxis.

Als Dr. Bates seine unkonventionellen Forschungsergebnisse veröffentlichte, wurde er von seinen Kollegen zutiefst angefeindet und verspottet. Die daraus resultierenden beruflichen Konsequenzen und persönlichen Attacken veranlassten ihn, seine lukrative Praxis in New York aufzugeben und er zog sich nach North Dakota zurück. 1907 kam er nach New York zurück und praktizierte dort am Harlem Hospital. 1931 starb er als anerkannter Facharzt für Augenheilkunde, aber sein Lebenswerk: Die Bates Methode, wurde von der Schulmedizin bis heute nicht anerkannt.

Auch in Deutschland war und ist man in Fachkreisen sehr ablehnend. 80 Jahre nachdem Dr. Bates das weltbekannte Buch „Better Eyesight without Glasses“ („Rechtes Sehen ohne Brille“, Rohm 1991) veröffentlichte, gibt es nach wie vor eine große Kontroverse zwischen den konventionellen Augenärzten und den Ärzten mit einem ganzheitlichen Ansatz in der Augenheilkunde. So stand in einem Artikel der Zeitschrift „Der Augenarzt“ von 1980: „Außenseiter der Medizin! Sind die Bates-Lehren unausrottbar?

Die Berliner Augenärztliche Gesellschaft nahm 1931 folgende Stellung dazu ein, der noch heute nichts hinzuzufügen ist. In den letzten Jahren hat in weitesten Kreisen des Publikums eine als „moderne Augenheilkunde“ angepriesene Form, der Behandlung von Augenleiden Eingang gefunden; mit dieser Methode, die im wesentlichen in Sehübungen und „Bestrahlungen“ besteht, sollen angeblich Augenkrankheiten ohne Operation und Brechungsfehler ohne Brille zur Beseitigung gebracht werden können. Der Glaube, daß echte Kurzsichtigkeit oder Altersichtigkeit ohne Brille zu beseitigen oder auch nur zu bessern sei, ist irreführend. In keinem einzigen Falle kann nach optischen Regeln davon die Rede sein. Die Behauptung, dass Krankheiten des Auges, die nur mit Medikamenten oder operativ zu heilen sind, ohne sachgemäße augenärztliche Behandlung durch Übungen oder Bestrahlungen zu beseitigen seien, bedeutet nicht nur eine Täuschung, sondern auch häufig eine Gefährdung der Augenkranken.“

Und doch gibt es viele Nachfolger von Dr. Bates: Dr. Janet Groodrich (Australien), Dr. Meir Schneider (USA), Wolfgang Hätscher-Rosenbauer (Deutschland) und viele andere SehtherapeutInnen weltweit fühlten sich von der Bates Methode angesprochen und entwickelten auf dieser Grundlage eigene Übungsprogramme. In der Mehrzahl werden diese Methoden in Büchern, Vorträgen, Kursen und Einzelsitzungen und heute auch über das Internet an Interessierte und Betroffene weitergegeben. Seit 18 Jahren findet eine „Internationale Konferenz für ganzheitliches Sehen“ statt. Jedes Jahr wird sie in einer anderen europäischen Stadt organisiert und ist ein Forum für den Austausch zwischen ganzheitlich orientierten Augenärzten, Heilpraktikern, Optikern und Betroffenen. Informationen zu Zusammenschlüssen und Listen von Sehlehrern werden veröffentlicht. Die 16. Konferenz im Oktober 2001 durfte ich mit meinen KollegInnen übrigens in meiner Wahlheimat Berlin organisieren.

Ja, die Bates-Lehren sind unausrottbar, solange es Menschen gibt, die auf der Suche sind und sich weiterentwickeln wollen. Menschen, die die Eigenverantwortung für ihre Gesundheit erkannt haben und übernehmen. Menschen, die motiviert sind diese Gesundheit zu erhalten und zu verbessern, auch auf eigene Kosten. Menschen die sich nicht zufrieden geben mit Floskeln wie: „Alterssichtigkeit ist normal, Augenübungen sind reine Zeitverschwendung“ usw. Menschen, die in ihren heilenden Berufen holistische Weltanschauungen vermitteln. Auch ich habe mich vor vielen Jahren nicht zufrieden gegeben.

Meine eigene Betroffenheit und die erschütternden Prognosen der Augenärzte haben mich empfänglich für die Alternativen der konventionellen Augenheilkunde gemacht. Auf meinem Weg als Patientin, in der langjährigen Ausbildung zur Sehlehrerin, während eines mehrmonatigen Praktikums bei Dr. J. Goodrich in Australien und als Heilpraktikerin / Yogatherapeutin (BDY/EYU) lernte ich viele Menschen kennen, deren „Augen-Werdegang“ ähnlich dem meinen war. Ein tiefes Verständnis für die Nöte und Bedürfnisse der Betroffenen erfolgte aus dieser prozesshaften Auseinandersetzung mit den momentanen körperlichen und mentalen Gegebenheiten einerseits und den Methoden der ganzheitlichen Sehtherapie andererseits. Ich biete seit 10 Jahren ein Selbsthilfeprogramm für „Natürlich Besser Sehen, Gesundheit für die Augen“ in meiner Tätigkeit als Heilpraktikerin an und stimme mit der Batesschen Erkenntnis überein: Wenn der Geist entspannt ist, sind es die Augen auch!


© Frau Margit Kaufmann, Heilpraktikerin, Xantenerstr. 18, 10707 Berlin,
Tel. 030/8735587, www.natuerlich-besser-sehen.de, info@natuerlich-besser-sehen.de

 
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