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zuletzt Aktualisiert:
27.07.2008 10:00
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Neurodermitis
Neurodermitis

 
Neurodermitis oder atopisches Ekzem

Allgemeines:

Die Neurodermitis ist eine Hautkrankheit, die durch trockene, schuppige Haut, Hautausschläge und Juckreiz gekennzeichnet ist. Die Auslöser sind bisher nicht bekannt. Schübe werden aber oft durch allergische Reaktionen, Stress oder Schadstoffe (z. B. Zigarettenrauch) ausgelöst. Zwischen den Schüben können auch längere beschwerdefreie Intervalle liegen.

Die Krankheit tritt vorwiegend bei Babys und Kleinkindern auf, manchmal verschwinden die Symptome später wieder und treten dann in der Pubertät erneut auf. Es gibt aber auch Patienten, bei denen die Neurodermitis erst im Erwachsenenalter oder im Pensionsalter auftritt.

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Mittlerweile leidet ca. jedes 4. bis 5. Kind an einer mehr oder minder schweren Form von Neurodermitis. Die Symptome reichen von trockener, schuppiger Haut über unterschiedlich große gerötete Flecken und Kratzspuren bis hin zu großflächig aufgekratzter, blutender, manchmal auch entzündeter Haut, meist begleitet von einem mehr oder weniger stark ausgeprägtem Juckreiz, der die Betroffenen meist nachts plagt. So leiden viele Neurodermitiker auch unter Schlafstörungen.

Bei vielen Patienten kommt später ein Heuschnupfen oder auch ein Asthma dazu, bei manchen bessert sich die Haut beim Auftreten von Asthma.

Durch die empfindliche Haut, die oft aufgekratzt wird, können Bakterien und Pilze Entzündungen auslösen, auch Herpes-Viren können so in die Haut eindringen und die Symptome verstärken.

Bei ca. 60% der Erkrankten kann die Schulmedizin keine Heilung bzw. ausreichende Besserung des Krankheitsbildes erreichen. Viele Patienten bilden später zusätzlich einen Heuschnupfen (ca. 60% der Erkrankten) oder ein Asthma (ca. 30%) aus.

Die Ursachen für die Enstehung einer Neurodermitis können sehr vielfältig sein. An erster Stelle stehen sicherlich allergische Reaktionen wie z. B. auf Nahrungsmittel, Hausstaubmilben, Bettfedern, Pollen, Schimmelpilze oder Tierhaare. Das Herausfinden einer Nahrungsmittelallergie wird oft erschwert durch die verzögerte Reaktion, die manchmal erst 48 Std. nach dem Verzehr eintritt.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist auch die Darmflora. Verschiebungen oder evtl. eine Pilzbesiedelung beeinträchtigen die Entgiftungsfunktion des Darmes und irritieren so das Immunsystem (ca. 60% des Immunsystems befinden sich im Darm). Ebenso können aber auch Infekte, Belastungen durch Impfungen oder durchgemachte Erkrankungen wie z. B. Herpes-Infektionen oder Toxinbelastungen (z. B. Zigarettenrauch, Amalgam, Umwelttoxine, usw.) die Krankheit unterhalten.

Die Grundlage jeder allergischen Erkrankung stellt allderdings die erbliche Belastung dar. Es gibt mittlerweile Untersuchungen zu diesem Thema, bei denen man festgestellt hat, dass bei allergischer Belastung durch ein Elternteil zu 60% eine Allergie beim Kind auftritt, bei einer Vorbelastung durch beide Elterteile steigt diese Wahr-scheinlichkeit sogar auf 80%.

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Wie man anhand der vielfältigen Ursachen unschwer erkennen kann, muss die Behandlung der atopischen Dermatitis individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Die Naturheilkunde kann hier oftmals sehr gute Dienste leisten, da sie Erkrankungen immer ganzheitlich behandelt.

Als Behandlungsansätze sehe ich an erster Stelle eine Ernährungsumstellung. Der Patient muss wissen, auf welche Nahrungsmittel er allergisch reagiert. Die Problematik dabei ist meist, dass herkömmliche Allergietests keine allergische Reaktion zeigen. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Eine einfache Möglichkeit Unverträglichkeiten bzw. Allergien herauszufinden ist eine kinesiologische Austestung oder eine Testung durch die Elektroakupunktur n. V. (EAV). Diese Testung kann bei vielen naturheilkundlich arbeitenden Ärzten oder Heilpraktikern durchgeführt werden. Viele Patienten reagieren auf Kuhmilcheiweiß, Weizenmehl oder Hühnerei.

Wer selbst testen möchte, ob er auf eines der Lebensmittel allergisch reagiert, muss allerdings wissen, dass man eine Reaktion des Körpers erst nach einer Karenz von ca. 10 Tagen erkennen kann. Am besten man lässt gleichzeitig Kuhmilch und alle Produkte daraus sowie alle Weizenmehlprodukte und Hühnerei für 2 Wochen weg. Dann kann man meist schon eine Besserung erkennen. Nun kann man langsam alle 10 Tage eines der Lebensmittel wieder zuführen. Wichtig ist dabei, dass man auch kleinste Mengen des Allergens meidet.

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Meist lässt sich eine Besserung der Symptomatik schon erreichen, indem man die Produkte strikt weglässt. Paralell dazu ist eine Darmsanierung erforderlich, um die Entgiftungsfunktion wieder herzustellen und so das Immunsystem zu stabilisieren. Toxinbelastungen sollte man soweit wie möglich verringern.

Was kann man als Betroffener selbst tun?

· Wenn Allergien nicht bekannt sind, hilft das Führen eines Ernährungstagebuches. Hier müssen neben allen verzehrten Lebensmitteln auch Bemerkungen zum Zustand der Haut aufgeführt werden.
· Hautreaktionen werden oft ausgelöst durch Nüsse, Fisch und Zitrusfrüchte, Vorsicht auf bei Hautpflegeprodukten (z. B. Mandel-Öl)
· Nahrungsmittel-Allergene gehen auch in die Muttermilch über, d. h. evtl. sollte die Mutter auf allergieauslösende Lebensmittel verzichten
· Zucker und Süßigkeiten können ebenfalls das Hautbild verschlechtern
· Auch der Genuss von Honig kann Reaktionen auslösen
· Auch Pollen können die Haut verschlechtern
· Amalgamfüllungen schonend entfernen, anschliessend eine Ausleitung durchführen
· Wenig tierisches Eiweiß verzehren
· Toxine in der Ernährung soweit wie möglich vermeiden (Produkte aus biolog. Anbau verwenden), wenig Kaffee
· Vermeiden von Zusatzstoffen (Aroma- und Farbstoffe, Konservierungsstoffe), sie befinden sich in den meisten "Kinderprodukten" wie z. B. Milchschnitten, Gummibächen usw.
· Zigarettenrauchen führt dem Körper viele Giftstoffe zu, die die Haut belasten, deshalb: Rauchen aufhören!
· eine ausreichende (mind. 2,5 l) Zufuhr von Flüssigkeit (vor allem Wasser, Tee) entlastet den Stoffwechsel und somit auch die Haut
· Waschen: Wäsche einem 2. Waschgang ohne Waschmittel unterziehen, keine Weichspüler verwenden
· Haustiere erhöhen das Risiko einer Tierhaarallergie
· Bettfedern und Rosshaarmatratzen und Teppichböden sollten nicht im Allergiker-Schlafzimmer sein, auch Pflanzen (Schimmelpilze) gehören raus
· Stress verschlechtert das Hautbild, hilfreich sind dazu Entspannungsverfahren oder Stressmanagment-Kurse an Volkshochschulen oder bei Krankenkassen
· Klimawechsel, z. B. am Meer oder in den Bergen Urlaub machen
· gegen den Juckreiz hilft: Stiefmütterchen-Tee: 2 TL getrocknete Stiefmütterchen mit ¼ l kaltem Wasser für mind. 8 Std. ansetzen, dann aufkochen und 1 Minute kochen lassen, abseihen. Der Tee kann getrunken werden, als Zusatz zu Bädern, für Wickel und Umschläge oder bei Babys als Grundlage für die Flaschennahrung verwendet werden.
· Auch Umschläge oder Wickel helfen gegen Juckreiz:
Schwarztee-Umschläge: 1 Teebeutel Schwarztee mit 1/4 l kochendem Wasser überbrühen und ca. 5 Min. ziehen lassen. Den Tee am besten im Kühlschrank lagern und bei Bedarf ein Baumwolltuch eintauchen und auf die betroffenen Stellen auflegen.
Retterspitz-Umschläge: Retterspitz mit kaltem Wasser verdünnen und ein getränktes Baumwolltuch auf die betroffenen Hautstellen auflegen.
· Ringelblumen-Öl: 10 gehäufte EL getrocknete Ringelblumen in ein großes Glas geben und mit ¾ l kaltgepresstem Olivenöl (aus dem Reformhaus) übergießen. 2 – 3 Wochen zugedeckt an einem kühlen Ort (z. B. Keller) stehen lassen und anschliessend im Wasserbad erwärmen (Glas soll zur Hälfte im Wasser stehen). Die Temperatur im Öl sollte 60° nicht übersteigen. Nach dem Abkühlen kann man einige Tropfen reines Vitamin E zugeben (Apotheke). Das Öl kann als Ölbad (2 EL auf ein Vollbad) oder auch als Körperöl (1 EL Sojalecithin zugeben) verwendet werden.
Vorbeugung kann bereits während der Schwangerschaft und nach der Geburt stattfinden.
· Stillen ist die beste Vorbeugung gegen Allergien. Kinder sollten mindestens bis zum 6. Lebensmonat gestillt werden
· Auch H. A. Babynahrung kann allergische Reaktionen auslösen, da sie immer Kuhmilch-Eiweiß enthält
· Kuhmilch-Eiweiß, Nüsse und Fisch sollten nicht vor dem 18. Lebensmonat zugefüttert werden
· In verschiedenen Untersuchungen wurde festgestellt, dass eine Behandlung mit verschiedenen Mikroorganismen (z. B. Escheria coli, Lactobacillus acid. o. ä.) oder einen Ausbruch der Neurodermitis abschwächen bzw. verhindern kann. Dazu wurde die Schwangere während der letzten 3 Monate der Schwangerschaft behandelt, das Baby gleich nach der Geburt für 3 Monate
· Impfungen sollten nur in großen Abständen und nur bei Erscheinungsfreiheit durchgeführt werden. Verschiedene Erfahrungen haben auch gezeigt, dass Einzelimpfungen verträglicher sind als Mehrfachimpfungen
Hilfreiche Adressen:
· Mikroökolog. Institut Herborn (Stuhluntersuchung), Tel. 02772/981-0
· Deutscher Neurodermitiker Bund, Spaldingstr. 210, 20097 Hamburg, Tel. 040/23 08 10, www.dnb-ev.de (hier gibt es auch Adressen von Selbsthilfegruppen)
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