| NCP setzt die vielfältigen neuen Erkenntnisse über die Zusammenhänge
von Ernährung und Gesundheit um in ein Programm, mit dem Sie Unpersönliches
Brustkrebsrisiko gezielt senken können. Gleichzeitig werden Sie von
den vielen weiteren gesundheitsfördernden Begleiteffekten dieses
Programms profitieren.
Selbstverständlich eignet sich das NCP-Ernährungsprogramm auch
für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind. Es ersetzt dabei keine
notwendige Chemo- oder Strahlentherapie, ergänzt aber eine Nachbehandlung
in sinnvoller Weise und beugt gleichzeitig möglichen Rezidiven, d.
h. Rückfällen vor.
Büchertipp: Deine
Nahrung sei Dein Heilmittel
»Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel
eure Nahrungsmittel sein«, hat bereits Hippokrates, der Urvater
aller Ärzte gefordert. In der östlichen, vor allem in der traditionellen
chinesischen Medizin ist das Wissen um die Heilkraft der Nahrung nie verloren
gegangen. In der westlichen Medizin dagegen wurde die »Kräutermedizin«
lange belächelt.
Das ändert sich jetzt. Wissenschaftliche Arbeiten über »sekundäre
Pflanzenstoffe« und Krebs vorbeugende Substanzen in Nahrungsmitteln
erscheinen nicht länger in alternativ angehauchten Blättchen
zweifelhafter Reputation, sondern in den angesehensten Wissenschaftsmagazinen
der Welt. Auf internationalen Kongressen diskutieren Spitzenforscher über
Soja, Brokkoli Fischöle zur Krebsprävention. Das National Cancer
Institute der USA, eines der renommiertesten Krebsforschungsinstitute,
sieht das Thema Krebsprävention durch gezielte Ernährung inzwischen
als eines seiner wesentlichen Aufgabenfelder. »Foods are drugs without
the sideeffects« - Nahrungsmittel sind Medikamente ohne Nebenwirkungen,
lautet die neue Erkenntnis amerikanischer Ernährungswissenschaftler.
Diese Erkenntnis lässt sich bereits heute umsetzen in ein konkretes
Programm zur Brustkrebsprävention, das NCP-Ernährungsprogramm.
Das vorliegende Buch macht Sie mit diesem Programm vertraut.
Olivenöl kann schützen
Falls Sie jedoch auf Fleisch, Fisch und Fett nicht völlig verzichten
möchten, bieten sich dennoch Möglichkeiten, wie Sie Ihr Brustkrebsrisiko
vermindern können. Denn nicht alle Fette stellen für die Brust
das gleiche Risiko dar. Im Gegenteil: Manche scheinen sogar vor Krebs
zu schützen.
Zu diesen schützenden Fetten zählt vor allem das Olivenöl
mit seinem hohen Gehalt an Omega-9-Fettsäuren. Seit langem schon
war es Epidemiologen aufgefallen, dass es auch innerhalb Europas deutliche
Unterschiede in der Brustkrebshäufigkeit gab. So ist z.B. in den
Mittelmeerländern die Rate deutlich geringer. Ernährungsmediziner
vermuteten als Grund hierfür den hohen Verbrauch an Olivenöl,
der in allen diesen Ländern typisch ist. 2 Studien, in Griechenland
und in Spanien, gingen daraufhin der Frage nach, inwieweit ein Zusammenhang
zwischen dem Konsum von Olivenöl und der Brustkrebshäufigkeit
besteht. Beide Untersuchungen kamen unabhängig voneinander zu den
gleichen Ergebnissen: Frauen, die 2-mal täglich oder öfter Olivenöl
zu sich nahmen, erkrankten eindeutig seltener an Brustkrebs als andere.
Büchertipp: Gesund
und schön durch Olivenöl
Der Faktor Bewegung – Sport und Brustkrebsprophylaxe
Die Botschaft ist nicht neu: Würden wir uns mehr bewegen, könnten
wir eine Vielzahl von Krankheiten vermeiden. Sport reduziert überflüssige
Pfunde, hält Herz und Kreislauf fit und stärkt das Knochensystem.
Neu ist allerdings die Erkenntnis, dass Sport offensichtlich noch vor
einer weiteren Erkrankung schützen kann: vor Brustkrebs.
Die größte Studie zum Thema Sport und Brustkrebsprophylaxe
stammt aus Finnland und untersuchte mehr als 25000 Frauen über einen
Zeitraum von fünf Jahren.
Es zeigte sich, dass Frauen, die regelmäßig vier Stunden Sport
wöchentlich trieben, war das Brustkrebsrisiko um 37 Prozent geringer.
Eine ähnliche Untersuchung der Universität von Südkalifornien
an 1000 Frauen zeigte sogar eine Abnahme der Brustkrebshäufigkeit
um mehr als 50 Prozent. Hätte ein neues Medikament in einer Untersuchung
ähnliche Ergebnisse erzielt, es wäre als „Wundermittel
gegen Brustkrebs“ bereits in allen Schlagzeilen.
Wie lässt sich die brustkrebsprophylaktische Wirkung von Sport erklären?
Auch hier spielt offensichtlich die Absenkung der biologisch aktiven Östrogenspiegel
die entscheidende Rolle. Zum einen wirkt regelmäßige sportliche
Betätigung gegen Übergewicht. Wie wir bereits gesehen haben,
er folgt im Fettgewebe die Umwandlung von Hormonvorstufen in Östrogene.
Weniger Fettgewebe bedeutet daher niedrigere Östrogenspiegel. Zum
anderen wirkt Sport aber auch auf eine bisher noch nicht genau geklärte
Weise direkt auf die Östrogenproduktion der Eierstöcke. Anhand
von Blutuntersuchungen lässt sich eindeutig nachweisen, dass sportlich
aktive Frauen auch deutlich niedrigere Östrogenspiegel haben.
Bei Leistungssportlerinnen ist dieser Effekt gelegentlich so ausgeprägt,
dass die Periodenblutungen sogar völlig ausbleiben. Dies ist natürlich
nicht anzustreben, denn die Östrogene an sich sind ja sehr wichtige
Hormone für eine Vielzahl von Organen und Funktionen des weiblichen
Körpers. Leistungssport ist im Übrigen auch deshalb nicht gesund,
weil dabei große Mengen an freien Radikalen freigesetzt werden.
Über die schädigende und auch Krebs auslösende Wirkung
dieser aggressiven Moleküle haben wir bereits ausführlich berichtet.
Leistungssport ist aber auch nicht das, was gefordert wird. Lediglich
ein deutliches mehr an körperlicher Betätigung. Bereits mit
vier Stunden Sport wöchentlich erreichen Sie optimale Ergebnisse.
Aber auch mit zwei Stunden lässt sich noch eine statistisch nachweisbare
Senkung des Brustkrebsrisikos erzielen.
Welche Sportart Sie dabei betreiben ist offensichtlich zweitrangig. Entscheidend
ist, dass Ihnen die gewählte körperliche Betätigung Spaß
macht, denn nur dann werden Sie sie auch regelmäßig fortsetzen.
Für viele sportlich Ungeübte bedeutet es anfangs eine gewisse
Überwindung, wieder körperlich aktiv zu werden. Wichtig ist,
dass sie langsam angefangen, sich zu belasten, und dann nach und nach
die Dauer und Intensität Ihrer sportlichen Aktivitäten steigern.
Anfangen allerdings sollten Sie – Ihrer Gesundheit und Ihren Brüsten
zuliebe.
Auszüge aus dem Buch:
Brustkrebs vorbeugen: So vermindern Sie Ihr Risiko
Dr. Bernd Kleine-Gunk
ISBN: 3-89373-523-2
Erschienen 1999
Trias Verlag
www.thieme.de
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