Mein Kind ist zu dick – was nun?
Wir möchten generell von Diäten abraten, in unserem Beitrag
geht es also mehr um eine gesundheitsbewusste Ernährung, wie Sie
Kindern Spaß an der Bewegung vermitteln können, wie Sie das
Selbstbewusstsein Ihres Kindes stärken können…. Bei krankhafter
Adipositas sollen Sie immer mit dem zuständigen Arzt sprechen und
gemeinsam ein Konzept erarbeiten und dieses unter ärztlicher Aufsicht
durchführen. Was aber tun, wenn Ihr Kind leicht übergewichtig
ist und Sie Ihrem Kind helfen möchten, wieder normalgewichtig zu
werden.
Ganz wichtig ist eine gesundheitsbewusste Ernährung, diese fängt
schon bei regelmäßigen Mahlzeiten an, sprich Frühstück,
Mittagessen und Abendessen. Diese Mahlzeiten sollten zu relativ festen
Zeiten eingenommen werden und zwar am Esstisch. Es ist nicht sinnvoll,
Kinder vor dem Fernsehen essen zu lassen oder vor dem Computer. Wie soll
das Kind dann erkennen, wie viel Hunger es hat, wenn es von Fernsehen
und Computer abgelenkt wird. Eine ruhige Atmosphäre sollten alle
Mahlzeiten umgeben, Streit und Aggressionen haben bei Tisch nichts zu
suchen, daran sollten die Eltern sich auch halten. Ebenfalls sollten keine
Diskussionen über belastende Themen begonnen werden. Ein schön
gedeckter Tisch ist natürlich auch wichtig, denn das Auge ist bekanntlich
mit.
Büchertipp:
Fit statt Dick
Legen Sie das Augenmerk auf viel Gemüse, Vollkornprodukte und gesunde
andere Produkte, meiden Sie fetthaltige Fertiggerichte oder Konserven.
Sie können Gemüse sehr gut in Saucen und Aufläufen verstecken,
wenn Ihr Kind Gemüse ablehnt. Leckere Obstsalate, aber auch selbst
gemachte Smoothies finden bei Kindern Anklang. Als Snack eignen sich Obst
(bitte auf reifes Obst achten), Trockenfrüchte, Nüsse, Quark
mit Honig (in maßen), Müsli mit Sojamilch usw. Ihr Kind sollte
viel trinken, am besten stilles Wasser, leichte Kräutertees, hin
und wieder mal Früchtetee, Saftschorlen, selbst gemachte Obst- und
Gemüsesäfte, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und es
gibt viele leckere Rezepte. Probieren Sie einfach gemeinsam mit Ihrem
Kind aus, was schmeckt. Kurz gesagt: vermeiden Sie fetthaltige und zuckerhaltige
Produkte, Fertiggerichte, Junk Food, Fast Food, Konserven, Limonaden,
Süßigkeiten und Co.
Am schnellsten führt wohl Bewegungsmangel gepaart mit schlechten
Essgewohnheiten zu Übergewicht! Bewegungsmangel entsteht, wenn Ihr
Kind den ganzen Tag nur vor dem Computer, Fernsehen, Gameboy sitzt und
das Zimmer den ganzen Nachmittag nicht verlässt. Wenn alle Freunde
ebenfalls nur Computerspiele spielen und niemand mehr draußen spielt,
ist das natürlich ein großes Problem. Wie das eigene Kind motivieren,
wenn alle anderen Kinder auch „Stubenhocker“ sind?
Büchertipp:
Kinderleicht
Es gibt wirksame Möglichkeiten und Angebote gegen Bewegungsmangel:
Als erstes erkundigen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind beim örtlichen
Sportverein, ob es eine Sportart gibt, die Ihrem Kind gefällt, wenn
nicht auch nicht schlimm. Wer z.B. Fußball nicht leiden kann, der
begeistert sich oft für asiatische Kampfkünste, z.B. Judo, Aikido
und Co. Also nichts wie los, schauen Sie sich verschiedene Kurse und Angebote
an. Gerade die Selbstverteidigung und die asiatischen Kampfkünste
können Ihrem Kind das nötige Selbstvertrauen vermitteln, denn
gerade dickere Kinder erleben häufig Hänseleien und Mobbing
in der Schule.
Manche Kinder begeistern sich auch für ein fachgerechtes Fitness-Training,
wichtig ist, dass es sich tatsächlich um ein kompetentes Fitnessstudio
handelt, welches sich auch mit übergewichtigen Kindern auskennt und
ein individuelles Trainingsangebot zusammenstellt. Bei jüngeren Kindern
ist es wichtig, dass Vater oder Mutter mit ins Fitnesscenter gehen, dass
spornt an und die Kinder fühlen sich voll im Familienverbund integriert.
Bei Kindern, die Sport in jeder Hinsicht völlig ablehnen kann man
Qi Gong, Yoga, Tai Chi, Feldenkrais usw. versuchen werden. Wichtig ist,
dass das Kind überhaupt einen Zugang zur Bewegung bekommt. Es gibt
heute in vielen Volkshochschulen schöne Kinderkurse in Qi Gong oder
Yoga. Warum nicht einfach mal ausprobieren?
Was tun wenn Kinder ständig Fernsehschauen? Diese Frage stellen
sich viele Eltern. Generell kann man sagen, dass Kinder nur sehr wenig
Fernsehen schauen sollten. Am besten ausschließlich für die
Altersstufe passende Sendungen und nicht mehr als 1 Stunde pro Tag. Aber
womit sollen sich Kinder dann beschäftigen? Viele Kinder spielen
gerne, es gibt viele interessante Spiele, schauen Sie sich einfach in
einem Spielzeuggeschäft um. Basteln und handwerken macht auch Spaß,
jahreszeitlich passende Bastelarbeiten sind bei Mädchen beliebt und
Jungen haben Spaß am handwerken, am besten in der väterlichen
Heimwerkstatt. Fördern Sie aber auch der Lesen bei Ihren Kindern,
sorgen Sie für ein reichhaltiges Angebot an Büchern passend
für das jeweilige Alter. Musikinstrumente erlernen macht vielen Kindern
auch Spaß und Singen, entweder im Chor oder in der Schule und natürlich
zu Hause. Einige Kinder haben Spaß an der Gartenarbeit, also warum
kein eigenes Beet anlegen. Also Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten
Kinder individuell zu fördern, ein Tag ohne Fernsehen zu gestalten
und das eigene Erleben und die eigene Kreativität zu fördern.
Haben Sie einfach Geduld, am Anfang ist es eine Umstellung, aber mit der
Zeit werden Sie spüren, wie diese Art der Freizeitgestaltung Ihre
Kinder prägt und wie sie ihnen Spaß macht.
Büchertipp:
Schlaue Kinder essen richtig
Ein wichtiger Tipp: Belohnen Sie Ihre Kinder nie mit Süßigkeiten.
Wenn Sie Ihr Kind belohnen möchten und ihm eine kleine Freude machen
wollen, dann schenken Sie einen Stift, einen Radiergummi, ein Buch, eine
Blume oder was Ihnen einfällt, aber keine Süßigkeiten.
Ebenfalls ist es wichtig, dass die Großeltern die Kinder nicht mit
Süßigkeiten überschütten. Sprechen Sie sachlich und
ernsthaft mit den Großeltern und erklären Sie die Situation.
Es gibt so viele Möglichkeiten für Großeltern ihre Enkelkinder
zu loben und ihnen zu zeigen, wie sehr sie geliebt werden. Zoobesuche,
Stadtbummel, selbst gemachtes Eis, gemeinsame Ausflüge und Wanderungen,
ach es gibt so viele schöne Dinge, die Großeltern mit Ihren
Enkeln unternehmen können, dafür braucht es keine Süßigkeiten.
Verbieten Sie Ihrem Kind keine Süßigkeiten, dies führt
häufig dazu, dass das Kind sich die Süßigkeiten auf anderem
Wege nimmt. Trotzdem sollten Sie keine Süßigkeitsdepots im
Haus haben. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über eine gesunde Ernährung,
überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie Süßigkeiten
ersetzt werden können, es gibt so viele leckere Alternativen. Mit
Verboten erreichen Sie nichts. Beziehen Sie Ihr Kind mit ein, schauen
Sie, auf welche Süßigkeiten Ihr Kind nicht verzichten kann
oder will, davon kann das Kind dann eine Kleinigkeit essen, aber nie übertreiben,
dass ist ganz wichtig.
Büchertipp:
Übergewichtige Kinder
Viele Kinder leiden unter dem Schulstress, dem Notendruck und der Angst
nicht versetzt zu werden und essen dann aus Frust. So genanntes Frustessen
führt schnell zu Übergewicht, da die äußere Situation
sich nicht ändert. Hier hilft es, dass Sie „Inseln der Ruhe
und Entspannung“ für Ihr Kind schaffen. Wie z.B. Autogenes
Training, Phantasiereisen, Muskelrelaxation nach Jacobsen usw., diese
Methoden helfen Ihrem Kind sich zu entspannen. Wenn die Anspannung abfällt,
dann wird auch das Frustessen weniger, dass ist sicher. Fördern Sie
das Selbstvertrauen Ihres Kindes, wie oben schon geschrieben, werden dicke
Kinder oft die Zielscheibe von Hänseleinen oder es entsteht sogar
Mobbing. In diesem Fall ist es wichtig, dass das Kind genügend Selbstvertrauen
und Selbstsicherheit hat. Eine Möglichkeit ist es, dass Ihr Kind
Judo oder Aikido lernt, viele Kinder konnten sich so schon Respekt in
der Klasse erarbeiten. Wichtig ist es auch, dass Sie Ihr Kind individuell
fördern, denn dies hilft Ihrem Kind die eigenen Stärken wahrzunehmen.
Sie sehen, leichtes Übergewicht kann behoben werden, mit Änderungen
in der Lebensführung bzw. in der Ernährung. Ganz wichtig, beschäftigen
Sie sich mit gesunder Ernährung, leckeren und gesunden Rezepten,
mit einer sinnvollen Freizeitgestaltung. Wir wünschen Ihnen und Ihrem
Kind viel Erfolg für Ihren weiteren Weg.
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Estenfeld
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