| Mabel Todd erlitt in jungen Jahren eine Rückenverletzung, die
ihre Gehfähigkeit stark beeinträchtigte. Sie wollte diese nicht
akzeptieren. Auf der Suche nach Heilung entdeckte sie die enorme Wirkung
der Vorstellungskraft. Weil sie damit positive Erfahrungen machte, begann
sie in Boston ab den Zwanzigerjahren Personen mit Haltungs- und Bewegungsproblemen
zu unterrichten. Sie nannte ihre Methode Strukturhygiene.
Ein Schüler Todds, André Bernard, unterrichtet bis heute an
der Universität New York.
Hier lernte auch Eric Franklin die Ideokinese kennen.
Der heute verwendete Begriff Ideokinese ist eine Zusammensetzung der griechischen
Wörter idea = Idee und kinese = Bewegung. Mit Hilfe von Ideen, bildlichen
Vorstellungen, die alle Sinne ansprechen, steigert die Ideokinese das
Körper- und das Bewegungsempfinden und dadurch Kraft, Beweglichkeit
und Koordination. Prinzipien der Biomechanik und der Anatomie dienen als
Basis für die Entwicklung einer präzisen Vorstellung. Dabei
werden konkrete anatomische Bilder mit phantasievollen Ideen bereichert.
Die Franklin-Methode erweitert die Anwendung der Ideokinese um die Verbesserung
der inneren körperlichen Organisation, das Bewegungslernen und das
Optimieren von Bewegungsabläufen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf
der Pädagogik und dem Erarbeiten eigener Bilder.
Die Franklin-Methode schult die Kreativität und baut eine partnerschaftlichen
Dialog zum Körper auf. Durch bewusstes Wahrnehmen des Körpers
können ungeeignete Haltungs- und Bewegungsmuster aufgedeckt und durch
neue ersetzt werden. Die neuen Erfahrungen vermitteln Dynamik, Leichtigkeit
und Lebensfreude.
Während sich Mabel Todd vorwiegend auf den Bewegungsapparat konzentriert
hat, bezieht die Franklin-Methode die Organe, das Nervensystem, die Drüsen,
alle anderen Gewebe und die einzelnen Zellen mit ein. Ziel ist die Harmonisierung
dieser unterschiedlichen Systeme zu einer Einheit, woraus Gesundheit und
Wohlbefinden wachsen. Diese innere Balance gibt unseren Gedanken mehr
Freiraum und wird Veränderungen auch nach aussen tragen.
Die Neugier, das Interesse am Erforschen des Körpers und der Wille
zur Selbstverantwortung sind Eigenschaften, die den Zugang zur Franklin-Methode
erleichtern.
Erlebte Anatomie, Berühren zur Wahrnehmungsverstärkung und der
Einsatz von geeigneten Hilfsmitteln wie z.B. Bälle und Therabänder,
unterstützen den Prozess der Neuorientierung im Körper und schaffen
die Voraussetzung für effiziente, funktionelle Bewegungen.
Auszüge
aus dem Buch "Beckenboden-Power von Eric Franklin"
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