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letzte Änderung:
14.01.2017

Hörtraining nach Prof. Johansen
Hörtraining nach Prof. Johansen

 

Kannst Du nicht hören oder willst Du nicht???


Legasthenie als Folge auditiver Wahrnehmungsprobleme


Problemlage

5-10 % eines Schülerjahrgangs sind Legastheniker, eine nicht bekannte, weil nicht erforschte Anzahl Schüler hat Lernschwierigkeiten, weil sie Gehörtes nicht effektiv und schnell verarbeiten können. So fällt es ihnen schwer, sich auf die Stimme des Lehrers zu konzentrieren, sie lassen sich leicht von jedem Geräusch ablenken, können nicht mehrere aufeinanderfolgende Arbeitsanweisungen behalten und sich generell langsam in der Bearbeitung von Aufgaben. Vorwurfsvolle Ausrufe wie: "Kannst du denn nicht hören?!" oder gar "Bist Du zu dumm oder zu faul, um dem Unterricht zu folgen!" Bezeichnen somit häufig eine zugrunde liegende physiologische Schwäche in der Verarbeitung von Gehörtem. Aktuelle Forschungsergebnisse aus den USA (Galaburda, Tallal, Merzenich) weisen darauf hin, dass viele Kinder mit Sprachproblemen eine grundlegende Schwierigkeit haben, v.a. die schnell wechselnden Laute der gesprochenen Sprache aufzufassen und zu unterscheiden.

Ursachen

Viele Legastheniker haben als Kinder spät sprechen gelernt. Doch auch, wenn der Spracherwerb rechtzeitig erfolgte, so können doch wichtige Phasen, bspw. Die detaillierte Analyse der Laute, die für Lesen und Schreiben von größter Bedeutung sind, ausgelassen worden sein. Das Kind kann dann den Unterschied zwischen ähnlichen oder zusammengesetzten Lauten wie p und b, ng und nk nicht heraushören. Wenn sich diese Laute für das Kind gleich anhören, so nimmt es folgerichtig an, dass sie auch gleich geschrieben werden.

Wenn ein Kind nicht richtig hören kann, kann es auch nicht richtig sprechen und schreiben. Häufige Hals-, Nasen- und Ohrenentzündungen in der frühen Kindheit, die zu vorübergehenden Hörverlusten führen, können die Ausbildung solcher Lautunterscheidungsfähigkeiten verhindert haben. Auch mangelnde Anregungen des kindlichen Gehörs oder sogar eine ständige laute Geräuschkulisse kann die Fähigkeit, genau hinzuhören, beeinträchtigt haben.

Nicht nur zu wenig hören, sondern auch zu viel hören zu können, stellt für manche Kinder ein Problem dar.Zuviel zu hören bedeutet, dass ein Kind nicht in der Lage ist, Nebengeräusche wegzufiltern bzw. zu ignorieren. Zu leicht lässt es sich von jedem Geräusch ablenken, was tiefgreifende Auswirkungen auf sein Lernen und Verhalten haben kann. Wer bevorzugt mit dem linken Ohr hört oder kein eindeutig bevorzugtes Ohr hat, verarbeitet Sprache und Laute nicht so effektiv und schnell.Laute, die vom rechten Ohr gehört werden, werden auf schnellstem Wege zum Hauptsprachzentrum in der linken Gehirnhälfte weitergeleitet. Dagegen werden die Laute, die vom linken Ohr gehört werden, zunächst zum Untersprachzentrum in der rechten Gehirnhälfte, und dann erst zur Verarbeitung in die linke Hälfte weitergeleitet, was eine messbare, minimale Verzögerung bedeutet.

Der Legasthenieforscher Dr. Kjeld Johansen hat einen wichtigen Zusammenhang zwischen linksohrigem Hören und Legasthenie festgestellt.Bei einem Kind, das kein bevorzugtes Ohr hat, kann es geschehen, dass Laute oder Silben in einer anderen Reihenfolge das Gehirn erreichen, als es im Wort der Fall ist, so dass bspw. das Wort Generation als "Negeration" gehört und entsprechend auch geschrieben wird.

Häufig sind derartige Hörschwächen, die sich als Lese- und Rechtsschreibprobleme auswirken, nur ein Symptom unter anderen, die auf eine allgemeine neurologische Reifungsverzögerung hindeuten. Sehr häufig haben Legastheniker auch Probleme im motorischen Bereich (Koordinations- und Gleichgewichtsprobleme), in der visuellen Wahrnehmung, im Stoffwechsel- und Hormonbereich und im Bereich fortbestehender primitiver (frühkindlicher) Reflexe.
Dann empfiehlt es sich, die Hörtherapie in eine auch diese Bereiche umfassende Behandlung zu integrieren.

Symptome, die auf Hörprobleme hindeuten:

- Kurze Aufmerksamkeitsspanne
- Ablenkbarkeit
- Überempfindlichkeit Geräusche gegenüber
- Missverstehen von Fragen
- Verwechslung ähnlich klingender Wörter
- Probleme, längere Arbeitsanweisungen zu verstehen und umzusetzen
- Flache und monotone Stimme
- Zögerndes Sprechen
- Schwierigkeiten, beim Singen die Melodie zu halten
- Verwechslung oder Verdrehung von Buchstaben
- Schlechtes Leseverstehen
- Viele Rechtsschreibfehler
- Hörverzögerungen


Vorgehensweise

Nach einer ersten gründlichen Untersuchung der auditiven Wahrnehmungsfähigkeit wird nach einer genauen Auswertung individuell für das Kind eine Kassette mit Musik und Geräuschen erstellt. Diese Spezialkassette soll vom Kind täglich 10 Minuten angehört werden. Hierbei werden die Hörbereiche stimuliert, die von der optimalen Hörkurve (nach Tomatis) nach oben oder unten abweichen. Um die Ohrdominanz für das rechte Ohr zu stärken, wird gleichzeitig das rechte Ohr stärker stimuliert als das linke.

Zum Abspielen der Kassette sollte ein guter Stereorekorder oder Walkman mit einem guten Markenkopfhörer ohne Bassverstärkung benutzt werden. Dieser Kopfhörer darf während des Hörtrainings nur für das Anhören der Kassette nicht aber für Musik, Hörspiele etc. benutzt werden. Nach vier Wochen wird eine neue Höruntersuchung vorgenommen. Dann wird entschieden, ob eine weitere Kassette erstellt werden muss, mit der das Kind weiterarbeitet.

Im Verlauf des Hörtrainings wird mit Hilfe der Kassetten das gesamte auditive System gezielt stimuliert. Für jedes Kind wird auf Basis des Hörkurvenergebnisses eine ganz individuelle Kassette erstellt. Darum sollte sie auch nicht von anderen Familienmitgliedern benutzt oder kopiert werden. Gleichzeitig mit dem Hörtraining empfiehlt es sich, nach einer speziellen Methode ein mehrere Sinne einbeziehendes kurzes tägliches Lese- und Rechtsschreibübungsprogramm durchzuführen.

Kosten:

Die Kosten einer 6-monatigen Behandlung liegen bei ca. 300 Euro. Die Kosten werden von privaten und Zusatzkassen anteilig bzw. ganz übernommen.

© Frau Georgia Fröhling, Heilpraktikerin, Bürgerstr. 4, 40219 Düsseldorf,
Telefon 0211/6001891, www.froehlinghp.de, Georgia.froehling@gmx.de

 
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