Gesundheitsportal
letzte Änderung:
14.01.2017

Die Anthroposophische Medizin – eine
Die Anthroposophische Medizin – eine

 

Bereicherung der Schulmedizin
Bereicherung der Schulmedizin

 

Die Anthroposophische Medizin ist eine Heilkunst, die die Schulmedizin mit einem geisteswissenschaftlichen Inhalt verbindet. Sie versteht sich als Erweiterung der modernen, naturwissenschaftlich begründeten Medizin und ihrer unverzichtbaren Grundlagen. Daher setzt sich die Anthroposophische Medizin nicht in Gegensatz zur Schulmedizin. Sie ist keine Alternativmedizin, sondern eine komplementäre Medizin.

Drei Elemente bekräftigen dieses Verhältnis zur Schulmedizin:

Alle anthroposophischen Ärzte haben ein medizinisches Studium mit Approbation absolviert. Vor jeder anthroposophischen Behandlung erfolgt eine schulmedizinische Diagnose. Die Errungenschaften der naturwissenschaftlich orientierten Medizin werden bei der Behandlung durch den anthroposophischen Arzt eingesetzt. Die Anthroposophische Medizin widmet sich dem gesamten Spektrum akuter und chronischer Erkrankungen. Sie schließt andere Therapieverfahren nicht aus.

Der anthroposophische Arzt betrachtet den einzelnen Menschen umfassend. Dies ermöglicht ihm eine ganzheitliche Behandlung des Patienten. Die körperlichen, seelischen und geistigen Aspekte des Patienten werden dabei gleichermaßen berücksichtigt, sowohl diagnostisch als auch therapeutisch.

Krankheit entwickelt sich als Prozess und tritt als körperliche oder seelische Störung oder Veränderung auf, wenn die Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Dimensionen des Menschen nicht mehr zusammen harmonieren. Krankheit drückt einen verlorenen Ausgleich aus.

Sie wird nicht ausschließlich von außen verursacht, sondern entsteht ebenfalls aus inneren Bedingungen. Sie ist damit auch als körperliches Bild seelisch-geistiger Vorgänge zu verstehen und stellt keine rein materielle Panne im Sinne einer Betriebsstörung dar.

Krankheit hat vor allem mit der Individualität eines Menschen zu tun. Bestimmend sind also auch die individuellen Faktoren, die individuelle Situation der erkrankten Menschen. Der pathologische Befund und das seelische Erleben des Patienten werden in Zusammenhang mit der individuellen Biografie, dem bisher geführten Leben und der Persönlichkeit des Patienten gesehen. Die Anthroposophische Medizin ist eine Medizin der individuellen Behandlung, eine Medizin der Einzelfälle, und damit eine patientenzentrierte und patientengerechte Medizin.

Die Anthroposophische Medizin findet sich nicht damit ab, Einzelteile eines Menschen, ein separat erkranktes Organ zu behandeln. Ihr Ziel besteht vielmehr darin, dass der Patient mit Hilfe der anthroposophischen Therapien ein neues inneres Gleichgewicht, seine individuelle Gesundheit wiedergewinnt und selbst lernt, diese anhaltend zu stabilisieren. Dadurch erweist sich die Anthroposophische Medizin zugleich als nachhaltige Medizin.

Die Anthroposophische Medizin ist nicht von einer persönlichen und vertrauensvollen Beziehung zwischen Arzt und Patient zu trennen. In der vertieften Beziehung Arzt-Patient liegt ein Zeichen ihrer Qualität. Sie ist eine Begegnungs-Medizin. Der Anthroposophische Arzt setzt sich zum Ziel, dem kranken Menschen würdig zu begegnen, seinen Heilbedarf zu identifizieren und ein integriertes Bild vom ihm zu bekommen. Die dafür notwendigen intensiven Gespräche setzen besondere Sozialkompetenzen voraus.

Die Anthroposophische Medizin strebt nicht nur an, die Krankheitserscheinungen zu beseitigen, sondern auch die Selbstheilungskräfte des Organismus anzusprechen und zu stärken. Es handelt sich um Kräfte und Fähigkeiten, über die wir verfügen und die uns alltäglich gesund halten. Eine Grippe, von der man sich ohne Medikamente erholt sowie eine spontan geheilte Verletzung zeigen, wie diese Ressourcen wirken.

Um die Krankheit auch von innen zu bekämpfen, unterstützen die anthroposophischen Therapien die gesundheitsfördernden Ressourcen beim erkrankten Menschen. Sie regen dieses Gesundungspotenzial zur Eigentätigkeit an, damit es imstande ist, seine positive, schützende Arbeit zu leisten und selbst die Symptome verschwinden zu lassen. Wo diese Selbstheilungskräfte des Organismus nicht hinreichen, werden die bewährten schulmedizinischen Methoden zur Behandlung des Körpers eingesetzt.

Die Anthroposophische Medizin lenkt also ihren Blick nicht nur auf die Krankheiten und ihre Ursachen. Sie ergänzt diese pathogenetische Perspektive durch die salutogenetische Perspektive, indem sie den Akzent auf die Gesundheit, ihre Ursprünge und das Gesundungspotenzial der Patienten setzt. Die Anthroposophische Medizin ist eine salutogene Medizin. Die Anregung der Selbstheilungskräfte verleiht dem kranken Menschen eine aktive Rolle in der Überwindung seiner Krankheit. Er ist kein ausgeliefertes und hilfloses Objekt mehr, weil er an seinem Gesundungsprozess beteiligt wird.

Die Anthroposophische Medizin ist nicht von der eigenen Mitwirkung der Patienten zu trennen. Die anthroposophischen Arzneimittel und Heilmittel (zum Beispiel Kunsttherapien und Heileurythmie) stärken die Selbstheilungskräfte des Patienten. So befähigt die Anthroposophische Medizin den kranken Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu entwickeln und ist in diesem Sinne eine emanzipierende Medizin. Die anthroposophischen Arzneimittel entstehen aus mineralischen, pflanzlichen und tierischen Substanzen, die nach besonderen pharmazeutischen Verfahren verarbeitet werden. Die dabei eingesetzten Pflanzen werden nach biologisch-dynamischer Methode angebaut.

Diese Arzneimittel sind als äußere Anwendungen in Form von Wickeln, Einreibungen, Teil- und Vollbädern, rhythmischen Massagen oder als innere Anwendungen in Form von Tabletten, Tropfen, Pulver und Injektionen anzuwenden. Zur anthroposophischen Medizin zählen auch eine Reihe nicht medikamentöser Heilverfahren: Die Anthroposophische Heilmittel werden in Form von Kunsttherapie (Plastisch therapeutisches Gestalten, Maltherapie, Musiktherapie, Therapeutische Sprachgestaltung), Gesprächstherapie, Biografiearbeit und Heileurythmie angewendet.

Im Arzneimittelgesetz (1976) und im Sozialgesetzbuch V der BRD (1989) ist die Anthroposophische Medizin als „besondere Therapierichtung“ (medizinische Richtung) wie die Homöopathie und die Phytotherapie verankert.



© DAMID, Pressestelle in Stuttgart: Frau Dr. Marie-Dominique Fernow, Roggenstr. 82, 70794 Stuttgart, Telefon 0711/7799721, http://www.damid.de, email: fernow@damid.de

 
Büchershop
News
     
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------  
Impressum       Datenschutz         Diese Seite weiterempfehlen                    Sprung nach oben  
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------