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letzte Änderung:
14.01.2017

Buteyko-Methode
Buteyko-Methode

 

Was ist die Buteyko-Methode?

Die Buteyko-Atemmethode (auch das eukapnische Atmen genannt) ist eine sehr wirksame leicht erlernbare Selbsthilfemethode, mit der man sein Atemmuster normalisieren kann. Sie ist besonders wirksam bei Asthma und chronischem Schnupfen, wo sie oft zu einer drastischen Senkung des Medikamentenbedarfes führt. Darüberhinaus kann die Anwendung der Buteyko-Methode vielen anderen gesundheitlichen Beschwerden den Boden entziehen.

Welche Idee steht hinter der Buteyko-Methode?

Weniger ist mehr. Dies gilt für viele Dinge – besonders aber auch für das Atmen. Stressbedingt, ständig abgehetzt und schließlich gewohnheitsmäßig atmen die meisten von uns in ihrem täglichen Leben zuviel. Es wird zwar mehr Sauerstoff eingeatmet, aber dieser kann nicht optimal genutzt werden. Denn gleichzeitig verlieren wir mit dem vielen Atmen zu viel Kohlendioxid und bringen unsere Blutgase ins Ungleichgewicht. Über lange Zeit kann der Körper das Ungleichgewicht in den daraus resultierenden physiologischen Vorgängen ausgleichen, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo die Puffer erschöpft sind und ungünstige Atemmuster sich in unterschiedlichen Gesundheitsbeschwerden äußern können. Asthma und andere Atemprobleme, chronische Müdigkeit, Angstzustände und viele andere Beschwerden können dadurch begünstigt werden.

Die Buteyko-Methode zielt darauf ab, das Atemgleichgewicht wiederherzustellen. Alle Übungen sind darauf ausgerichtet, Atemvorgänge bewusst zu machen und wieder weniger und damit effektiver atmen zu lernen. Analog zum Thermostaten, mit dem man die Temperatur einstellt, wird nach Buteyko mit diesen Übungen das Atemzentrum, das die Atmung steuert wieder neu auf das optimale Niveau einreguliert.

Woher stammt die Methode?

Die Buteyko-Atemmethode wurde von dem russischen Arzt Dr. Konstantin Pavlovich Buteyko im Verlauf jahrzehntelanger Forschungen zum Zusammenhang zwischen der Atmung und verschiedenen Krankheiten entwickelt. Mitte der achtziger Jahre wurde die Methode vom sowjetischen Gesundheitsministerium offiziell anerkannt und wird seitdem dort bei Patienten mit Asthma und anderen Gesundheitsproblemen verbreitet eingesetzt. Inzwischen hat sie sich auch zunehmend im englischen Sprachraum durchgesetzt, während sie in den übrigen Ländern erst langsam bekannt wird.

Ist die Wirksamkeit der Methode wissenschaftlich bewiesen?

In einer in Australien durchgeführten Studie wurde die Wirksamkeit der Buteyko-Methode bei Asthma-Patienten mit einer dort üblichen konventionellen Atem- und Asthmaschulung verglichen. Bei der Gruppe, die die Buteyko-Methode angewendet hatte, sank der Bedarf an bronchienerweiternden Medikamenten innerhalb von 3 Monaten um 90% (6% bei der Vergleichsgruppe mit konventioneller Asthmaschulung) und an Kortikosteroiden um 49% (0% bei der Vergleichsgruppe). Trotz dieser drastischen Verringerung des Medikamentenbedarfes verschlechterte sich die Lungenfunktion nicht.
Eine weitere Studie, bei der Asthmatiker die Methode unter Anleitung durch einen Videofilm anwandten, führte zu ähnlich guten Ergebnissen.

Für wen eignet sich die Methode und welche Wirkungen hat sie?

Die Methode ist besonders wirksam bei Atemwegsproblemen. Zielgruppen sind daher in erster Linie Asthmatiker und Menschen mit chronischem Schnupfen (auch allergisch bedingt), die sich mit ihrer Krankheit auseinandersetzen und bereit sind, selbst Verantwortung zu übernehmen. Menschen mit derartigen Beschwerden erleben häufig bereits am ersten Tag der Anwendung spürbare Wirkungen. Der Bedarf an bronchienerweiternden Medikamenten und Nasensprays sinkt oft sehr schnell, da die Atemübungen eine direkte bronchienerweiternde und nasenschleimhautabschwellende Sofortwirkung zeigen. Wendet man die Übungen regelmäßig an, führt das im Normalfall zu einer Umstimmung der Atmung, so dass Beschwerden immer weniger auftreten.

Neben Asthma und Rhinitis können auch andere Atemwegsprobleme wie Kurztatmigkeit, chronische Bronchitis und erhöhte Infektanfälligkeit mit der Buteyko-Methode gebessert werden.

Das eukapnische Atmen nach Buteyko wirkt darüber hinaus bei vielen weiteren Gesundheitsproblemen, die mit chronischer Hyperventilation (die fast immer unerkannt bleibt) einhergehen. Besonders Menschen mit chronischem Müdigkeitssyndrom, Kopfschmerzen und Angst- und Panikzuständen können von der Methode profitieren.

Die Methode eignet sich auch sehr gut für Kinder ab ca. 5 Jahren. Aber auch für jüngere Kinder gibt die Methode bereits einige Hinweise und Hilfen, die zu einer Besserung von Asthma und Nasenproblemen führen können.

Worin bestehen die Buteyko-Atemübungen?

Alle Übungen zielen darauf ab, unsere Atmung wieder auf ein normales gesundes Niveau zu reduzieren. Wir atmen dadurch zwar weniger Sauerstoff ein, aber wir nutzen ihn besser aus.

Konkret wird folgendes gelehrt und geübt:

- konsequente Nasenatmung zu jeder Zeit und bei allen Tätigkeiten

- Übungen zum Freimachen der Nase ohne Medikamente: diese beinhalten verlängerte Atempausen und reduzierte Atmung.

- Verminderung chronischer Hyperventilation. Anwender der Buteyko-Methode lernen, willentlich die Atmung durch Entspannung zu reduzieren, bis sich das Gefühl eines leichten Lufthungers einstellt, das jeweils für eine gewisse Übungsspanne aufrechterhalten wird. Dies dient der Atemumstimmung und ist das Kernstück dieser Methode.

- Messen und Einsatz der „Kontrollpause“: Es handelt sich dabei um die Periode, die   man den Atem anhalten kann, ohne Lufthunger zu spüren. Sie gilt als ein Maß für den gesundheitlichen Zustand. An ihr kann der Übende ablesen, ob er Fortschritte macht oder ob sich eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes ankündigt.

„optimales Atmen“ bei normalen Tätigkeiten des täglichen Lebens, z.B.:
- bei Anstrengung und Sport
- beim Sprechen
- bei Husten
- Atmung im Notfall, Einsatz von verlängerten Atempausen mit der Wirkung einer Bronchienerweiterung.

Für Kinder wurden spezielle Übungen entwickelt, die mit Bewegung und Spiel kombiniert werden.

Kann man die Methode parallel zur konventionellen Asthmabehandlung anwenden?

Die Methode lässt sich in idealer Weise mit dem für die Asthmabehandlung empfohlenen „Stufenplan“ kombinieren. Wenn man die Buteyko-Übungen anwendet, sinkt in der Regel zunächst der Bedarf an bronchienerweiternden Medikamenten. Wenn man diese gegen akute Symptome eingesetzten Mittel nicht mehr benötigt, kann man in Absprache mit seinem Arzt auch die entzündungshemmenden vorbeugend eingesetzten Medikamente (z.B. Kortison) reduzieren.

 

© 2003 Dr. Silvia Smolka, Pappelberg 4, 38104 Braunschweig, Tel. 0531-29591267, www.atemweite.de, atem@atemweite.de

 
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