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zuletzt Aktualisiert:
01.09 .2008 10:00
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Beckenboden Power
Beckenboden Power

 

Was der Beckenboden leistet

Beckenboden-Power


Der Beckenboden hat zwei Hauptaufgaben: Er ist ein tragender Boden für die inneren Organe und ein Durchgang für die Harnröhre, die Sexualorgane, den Enddarm und natürlich bei der Geburt für das Baby. Ein guter Boden ist stark und undurchlässig, ein Durchgang ist offen. Die Aufgaben des Beckenbodens enthalten Gegensätze, die nur mithilfe von genügend Elastizität und Anpassungsfähigkeit im Gewebe gelöst werden können. Ohne geistige Anpassungsfähigkeit aber hat es der Körper schwer, mitzuhalten, denn Gedanken sind eine Non-stop-Instruktion an den Körper, deshalb begleiten wir die Übungen mit viel Imagination, die für den nötigen Ausgleich sorgt. Der Beckenboden hat auch andere Verpflichtungen: Er ist ein Gegenspieler wichtiger Atemmuskeln und wirkt bei der Atmungskoordination mit. Der Beckenboden spielt bei der koordinierten Auslösung von fast jeder Bewegung, für das Gleichgewicht und für eine gute Körperhaltung eine entscheidende Rolle. Viele Rücken-, Knie- und Fußprobleme könnten durch ein bewusstes Training des Beckenbodens kuriert werden.

Die Mehrheit der Bevölkerung hat irgendwann im Leben ein Rückenleiden. Eine gute Kenntnis der Beckenbodenfunktion könnte einen großen Teil dieser Probleme mildern oder gänzlich lösen. Der Beckenboden ist wichtig für die Körperzentrierung, für das Gefühl des Getragenseins, für den Dialog mit der Schwerkraft, für die Wahrnehmung des Bodens.

Nach fernöstlicher Tradition befindet sich hier das genannte Wurzelchakra, das Muladhara. Dieses Chakra ist das unterste von sieben (oder mehr) Energiezentren, die den Körper in aufsteigender Reihe durchlaufen und unser spirituelles Potenzial darstellen. Die Enrgie des Wurzelchakra beeinflusst neben dem Beckenboden auch die Beine und Füße – in diesem Punkt stimmt auch die Lehre der Biomechanik zu. In östlichen Traditionen (Yoga, Tantra etc.) geht es unter anderem um die Umwandlung der Beckenboden-Energie von einer rein körperlich orientierten zu einem Fundament des spirituellen Aufbaus. Im übertragenen Sinne ist das Muladhara „unsere Wurzeln“, die Erde, auf der wir stehen, sagt der renommierte Psychologe C. G. Jung (Commentary on Kundalini Yoga, 1932).

Ein elastisch kraftvoller Beckenboden spielt auch für die Sexualorgane eine wichtige Rolle, denn der freie Fluss ihrer Energie hat wesentliche Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und die Vitalität und auch darauf, wie wir den Alltag anpacken.

Der Hauptunterschied zwischen dem männlichen und weiblichen Becken ist durch die Körperöffnungen gegeben: Männer haben davon zwei, Frauen drei, denn bei ihnen kommt neben Harnröhre und After noch die Vagina hinzu. In diesem Sinne (bitte keine Drohbriefe) ist der männliche Beckenboden evolutionär gesehen primitiver aufgebaut als der weibliche. Dafür hat er im Allgemeinen mehr Kraft. Der weibliche Beckenboden ist aus Geburtsgründen elastischer, der männliche neigt wegen Trainingsmangel und Sitzüberfluss eher zu Unbeweglichkeit. Deshalb ist das Übungsprogramm in gewissem Masse schon vorgegeben: mehr Beweglichkeit für den Mann, Kraftaufbau für die Frau.

Evolution des Beckenbodens

Der Beckenboden ist in der Evolutionsgeschichte ein junges Ereignis. Erst der aufrechte Gang machte diese Einrichtung notwendig, denn beim Vierbeiner ist der Boden des Körpers die Bauchwand und die Vorderseite des Brustkorbs. Um zu verstehen, wie der Beckenboden zustande kam, visualisieren wir im Super-Zeitraffertempo die menschliche Entwicklung in die Aufrechte. Der Mensch und auch der Affe sind im Prinzip ein Vierbeiner, deren Beine horizontal nach hinten ausgestreckt werden, dann aber um 90 Grad gedreht wurden. Auf einmal ruhte das Gewicht der inneren Organe nun nicht mehr auf der Bauchwand, sondern im Becken. Damit unser Gedärm nicht schmählich zu Boden fiel, musste jetzt der Schwanz, welches bis dahin eher nach hinten zeigte, eilig verkürzt nach vorne gezogen werden, um den neuen Boden abzuschließen. Darüber hinaus wurden die Muskeln, die ursprünglich den Schwanz bewegten, verstärkt und das Bindegewebe dicker gemacht Auf das Steißbein werde ich später noch ausführlicher zu sprechen kommen, zunächst aber wollen wir uns von der Bedeutung von Bewegung und Imagination beim Trianing des Beckenbodens bewusst werden.

Auszüge aus dem Buch:

Eric Franklin: Beckenboden Power
Das dynamische Training für sie und ihn
ISBN: 3-466-34458-1
2. Auflage 2003
Kösel Verlag

 

 

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